über die 1. Sitzung des Ausschusses für
Wirtschaft und Beschäftigungsförderung
am 25.11.2009
Saal der Partnerstädte, Rathaus, Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Öffentliche Sitzung
Sitzungsdauer: 15:00 - 16:55 Uhr
Anwesend waren:
a) Stimmberechtigte Mitglieder:
SPD
Rm Baran
Rm Berndsen
Rm Keller
Rm Grohmann i. V. für Rm Kleinhans
Rm Matzanke
Rm Prüsse
Rm Pulpanek-Seidel
Rm Wittkamp
CDU
Rm Bartsch
Rm Grebe
Rm T. Hoffmann
Rm Menzebach
Rm Penning
Rm Waßmann
B90/Die Grünen
Rm Tönnes
Rm Stackelbeck
sB Unger
FDP
Rm Faenger
sB Kanus
Die Linke
sB Karadas
b) Mitglieder ohne Stimmrecht:
sE Herr Kujat Seniorenbeirat
c) Beratende Mitglieder:
Herr Hicking Handwerkskammer
Herr Kulozik Agentur für Arbeit
Herr Schreiber IHK
d) Beschäftigtenvertretung:
Frau Milbradt Wirtschaftsförderung Dortmund
Frau Drees Wirtschaftsförderung Dortmund
e) Verwaltung:
Herr Mager Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Ellerkamp Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Orel Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Beyer Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Poth Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Nehm Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Eller Wirtschaftsförderung Dortmund
Herr Ledune Wirtschaftsförderung Dortmund
Veröffentlichte Tagesordnung:
T a g e s o r d n u n g
für die 1. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Beschäftigungsförderung,
am 25.11.2009, Beginn 15:00 Uhr,
Saal der Partnerstädte, Rathaus, Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Öffentlicher Teil:
1. Regularien
1.1 Einführung von Ausschussmitgliedern (sachkundige Bürger/innen)
1.2 Benennung eines Ausschussmitgliedes zur Mitunterzeichnung der Niederschrift
1.3 Hinweis auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NRW
1.4 Feststellung der Tagesordnung
1.5 Genehmigung der Niederschrift über die 33. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung am 10.06.2009
2. Angelegenheiten der Wirtschaftsförderung Dortmund
2.1 Nachtragssatzung der Stadt Dortmund für das Haushaltsjahr 2009; Einbringung des Entwurfs
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 16051-09)
hierzu -> Entwurf der Nachtragssatzung
(Drucksache Nr.: 16051-09-E1)
hierzu -> Maßnahmenkatalog Verwaltungsumbau 2010
(Drucksache Nr.: 16051-09-E2)
2.2 Wirtschaftsplan und Produkt- und Leistungsplanung 2010 für die Wirtschaftsförderung Dortmund
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 16032-09)
2.3 Wirtschaftsplan 2010 des "Sondervermögen Verpachtung Technologiezentrum Dortmund"
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 15928-09)
2.4 Halbjahresbericht der Wirtschaftsförderung Dortmund für das 1. Halbjahr 2009
Kenntnisnahme
(Drucksache Nr.: 15898-09)
2.5 Besucherzentrum 'Visitor Center Ruhr Dortmund' (VCR)
Kenntnisnahme
(Drucksache Nr.: 15472-09)
2.6 Sondervermögen "Verpachtung Technologiezentrum Dortmund"
hier: Benennung des Prüfers für den Jahresabschluss 2009
Beschluss
(Drucksache Nr.: 16065-09)
2.7 Aktuelle Angelegenheiten der Wirtschaftsförderung Dortmund
3. Dezernatsübergreifende Angelegenheiten
3.1 Umsetzung von partnerschaftlichen Projekten und inhaltliche Rahmenbedingungen einer Kooperation zwischen der Stadt Dortmund und der türkischen Stadt Trabzon
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 15935-09)
Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden - Herrn Rm Prüsse - eröffnet und geleitet.
Vor Eintritt in die Tagesordnung stellte der Vorsitzende fest, dass zur heutigen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Beschäftigungsförderung ordnungs- und fristgemäß eingeladen wurde und dass der Ausschuss beschlussfähig ist.
1. Regularien
zu TOP 1.1
Einführung von Ausschussmitgliedern (sachkundige Bürger/innen)
Rm Prüsse verpflichtete Frau sB Birgit Unger (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), Herrn sB Klaus-Dieter Kanus (Fraktion FDP/Bürgerliste) und Herrn Cüneyt Karadas (Fraktion „Die Linke“), ihre neuen Aufgaben als sachkundige Bürger im Ausschuss für Wirtschaft und Beschäftigungsförderung nach bestem Wissen und Können wahrzunehmen, das Grundgesetz, die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Gesetze zu beachten und Ihre Pflichten zum Wohle der Stadt Dortmund zu erfüllen.
zu TOP 1.2
Benennung eines Ausschussmitgliedes zur Mitunterzeichnung der Niederschrift
Zur Mitunterzeichnung der Niederschrift wurde Herr Volkan Baran (SPD-Fraktion) benannt.
zu TOP 1.3
Hinweis auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NRW
Der Vorsitzende wies auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NRW hin und bat, dieses zu beachten, sofern es im Einzelfall zutreffen sollte.
zu TOP 1.4
Feststellung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wurde im Wege der Dringlichkeit um den Punkt
Erhöhung der Realsteuersätze für die Grundsteuer A und B und die Gewerbesteuer
Überweisung aus dem Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften vom 19.11.2009
(Drucksache Nr.: 15998-09)
erweitert. Die Behandlung erfolgt gemeinsam mit TOP 2.1.
Mit dieser Änderung wurde die Tagesordnung einstimmig festgestellt.
zu TOP 1.5
Genehmigung der Niederschrift über die 33. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung am 10.06.2009
Die Niederschrift über die 33. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung am 10.06.2009 wurde einstimmig genehmigt.
Zu Beginn der Sitzung stellte Herr Mager den Mitgliedern des Ausschusses die Organisation und die Aufgaben der Wirtschaftsförderung Dortmund sowie deren Arbeitszusammenhänge mit anderen Partnern innerhalb und außerhalb der Verwaltung anhand einer Kurzpräsentation (siehe Anlage zur Niederschrift) vor.
2. Angelegenheiten der Wirtschaftsförderung Dortmund
zu TOP 2.1
Nachtragssatzung der Stadt Dortmund für das Haushaltsjahr 2009; Einbringung des Entwurfs
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 16051-09)
hierzu -> Entwurf der Nachtragssatzung
(Drucksache Nr.: 16051-09-E1)
hierzu -> Maßnahmenkatalog Verwaltungsumbau 2010
(Drucksache Nr.: 16051-09-E2)
Erhöhung der Realsteuersätze für die Grundsteuer A und B und die Gewerbesteuer
Überweisung aus dem Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften vom 19.11.2009
(Drucksache Nr.: 15998-09)
Rm Waßmann wies darauf hin, dass die Gewerbesteuer eine konjunkturabhängige Steuer sei. In Anbetracht der derzeitigen Wirtschaftskrise, deren Ausläufer auch im nächsten Jahr noch zu befürchten seien, dürfe die Erhöhung der Gewerbesteuerhebesätze in einer Stadt wie Dortmund, die sehr stark mittelstandsorientiert ausgerichtet ist, nur moderat ausfallen.
Die CDU-Fraktion werde darum für eine Anhebung auf 465 % statt auf 475 % plädieren, um Arbeitsplatzverluste zu vermeiden, die aus Sicht der CDU-Fraktion unweigerlich eintreten werden, wenn die Unternehmen die erhöhten Steuern zahlen müssen.
Er erläuterte, dass es wichtig sei, den Zustand und die Struktur der in Dortmund ansässigen Betriebe in die Betrachtung einzubeziehen.
Für Rm Tönnes muss der Gesamthaushalt betrachtet werden. Eine geringere Anhebung der Gewerbesteuerhebesätze müsse durch eine Gegenfinanzierung ausgeglichen werden. Er stellte dar, dass sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung in den letzten Jahren einen Beitrag zur jetzigen Finanzsituation der Kommunen geleistet haben, in dem sie ihre eigene Haushaltssanierung auf deren Kosten durchgeführt haben.
Herr Mager betonte, dass aus seiner Sicht jede Form der Anhebung der Steuerhebesätze kontraporduktiv sei. Eine stärke Belastung der Unternehmen sollte nur dann erfolgen, wenn diese erhöhten Aufwendungen auch getragen werden können. Der in Dortmund zu verzeichnende Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen sei genau aus dem Grunde eingetreten, dass die Unternehmen finanziell schlechter gestellt sind und ihre Ertragskraft zurückgegangen ist.
Eine zusätzliche Belastung der Unternehmen werde zur Folge haben, dass die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen nur noch unter sehr erschwerten Bedingungen möglich sein wird.
Darüber hinaus bezeichnete Herr Mager es als fraglich, ob der Planansatz, der aus der Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes resultiert, auch tatsächlich realisiert werden kann.
Rm Faenger stellte für die Fraktion FDP/Bürgerliste dar, dass jedwede Anhebung der Gewerbesteuer ein falsches Signal an die Unternehmen darstelle und somit nicht mitgetragen werden könne.
Herr Schreiber und Herr Hicking wiesen auf die wirtschaftlichen Situationen der Unternehmen und Handwerksbetriebe hin, die sich im Jahr 2010 voraussichtlich noch einmal maßgeblich verändern werden und es zu Liquiditätsengpässen kommen wird. Herr Schreiber gab zu Bedenken, dass in der Stadt Dortmund in den Jahren, in denen sie finanziell gut ausgestattet war, im Gegenzug nie Überlegungen stattgefunden haben, die Steuerhebesätze zu reduzieren.
Die Vorlagen sowie der vorgelegte Zusatz-/Ergänzungsantrag der SPD-Fraktion wurde ohne Empfehlung an den Rat der Stadt weitergeleitet.
zu TOP 2.2
Wirtschaftsplan und Produkt- und Leistungsplanung 2010 für die Wirtschaftsförderung Dortmund
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 16032-09)
Herr Mager zeigte auf, dass sich auch die Wirtschaftsförderung Dortmund der schwierigen Situation in Dortmund stellen müsse und zur Verringerung des Haushaltsdefizits beitragen werde.
Dazu werde im Jahr 2009 ein Betrag in Höhe von ca. 1,1 Mio. Euro, in den Jahren 2010 f. ein Betrag von ca. 1,6 Mio. Euro jährlich eingespart. Dies werde für einen gewissen Zeitraum möglich sein, da die bisher genutzten Kommunikations- und Marketingaktivitäten bereits gegriffen haben und man ein hohes Niveau erreicht habe, von dem man derzeit zehren könne. Beispiele seien die geänderte Form der Verleihung des Dortmunder Wirtschaftspreises oder die Reduzierung der Gründungswettbewerbe von 3 auf 1, wobei dieser kontinuierlich auf 12 Monate angesetzt werde. Herr Mager mahnte, dass eine Stadt, die ihre Wirtschaftsförderung aufgibt oder auf Dauer reduziert ein Stück ihrer Zukunftsfähigkeit verliere.
Die bestehenden Kooperationen und Partnerschaften würden auf eine Probe gestellt, da man versuchen müsse, durch Bündelung von Kräften gemeinsam stärker zu sein, als jeder es alleine bisher für sich war.
Rm Matzanke betonte, dass aus der Reduzierung des Betriebskostenzuschusses resultierende geminderte Aufgabenwahrnehmung nicht auf Dauer angelegt sein könne. Dies gelte selbstverständlich auf für das bisherige Projekt Frau.Innovation.Wirtschaft, welches auf das absolute Kerngeschäft zurückgefahren werde.
Auch Rm Stackelbeck wies darauf hin, dass die Herausforderungen des Erwerbslebens sowie der Wirtschaft ohne die Arbeitskräftepotenziale der Frauen nicht bewältigt werden können.
Herr Mager bestätigte, dass die strategische Weiterentwicklung der Wirtschaftsförderung bis zum Jahr 2018, die der Rat der Stadt im Jahr 2008 beschlossen habe, nicht aus den Augen verloren werden dürfe. Dies gelte auch für die Förderung der Frauenerwerbstätigkeit in Gänze, die als originäre Aufgabe der Wirtschaftsförderung anzusehen sei und bei der Einrichtung von Projekten in die Betrachtung mit einbezogen werde.
Rm Tönnes hinterfragte die finanziellen Risiken einer möglichen Beteiligung der Stadt Dortmund am Projekt NewPark. Es sei fraglich, ob angesichts der aus einer kleinteiligen Vermarktung entstehenden Konkurrenzsituation eine derartige Beteiligung sinnvoll sei.
Bei Betrachtung der Flächenbilanz der Region sei festzustellen, dass in der gleichen Größenordnung vorhandene Montan- und Industrieflächen brach liegen, wo hingegen freie und ökologisch wertvolle Flächen umgewidmet würden.
Herr Mager entgegnete, dass eine kleinteilige Vermarktung nicht angestrebt sei, sondern industrielle Großansiedlungen (> 80 ha) dort realisiert werden sollen. Eine kleinteilige Vermarktung könne nur dann erfolgen, wenn es sich um Zulieferer zu einem Groß-Projekt handelt und ein direkter Bezug dazu besteht. Frau Ministerin Thoben habe zusätzlich schriftlich mitgeteilt, dass eine Anrechnung auf die in den beteiligten Gemeinden vorhandenen Flächen nicht erfolgen wird.
Herr Ellerkamp führte aus, dass in der 1. Phase des Projektes die Gesellschaftsgründung erfolgen wird und für die Planung eine gewisse Risikorücklage gebildet werden muss. In der
2. Phase werde dann die tatsächliche Realisierung des Projektes erfolgen.
Auf Rückfrage von Rm Waßmann stellte Herr Mager dar, dass sich die Notwendigkeit der vorsorglichen Ermächtigung zur Aufnahme von Kassenkrediten daraus ergebe, dass bei den neuen Projekten zunächst in Vorleistung getreten werden müsse und die Abrechnung der Ausgaben beim Fördermittelgeber erst zeitversetzt erfolgen könne.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Beschäftigungsförderung empfiehlt dem Rat der Stadt einstimmig bei Enthaltung der Fraktion „Die Linke“ folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt
beschließt den Wirtschaftsplan 2010 für die Wirtschaftsförderung Dortmund,