über die 23. Sitzung des Beirates bei der unteren Landschaftsbehörde
am 29.05.2013
Saal Hanse, Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
(öffentlich)
Sitzungsdauer: 15:00 - 18:00 Uhr
Anwesend:
| 1. Stimmberechtigte Mitglieder: | |
| Herr Thomas Quittek (BUND) | |
| Frau Meike Hötzel (BUND) | |
| Herr Dr. Klaus Gelmroth (NABU) | |
| Herr Prof. Dr. Lothar Finke (LNU) | |
| Herr Dr. Hans Otterbein (LNU) | |
| Herr Bernd Stangl (LNU) | |
| Herr Klaus Horn (SDW NRW e.V.) | |
| Herr Manfred Budde (Westf.-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.) | |
| Herr Thomas Ricke (Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe e.V) | |
| Herr Wilhelm Tappe (Kreisjägerschaft Dortmund e.V.) | |
| Herr Norbert Kovac (Fischereiverband NRW e.V.) | |
| Herr Peter Frankenstein (LandesSportBund e,V.) | |
| Herr Manfred Gimmler (Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e.V.) | |
| 2. Mitglieder ohne Stimmrecht: | |
| Herr Dr. Erich Kretzschmar (NABU) | |
| Herr Walter Aukthun (LNU) | |
| Herr Wilhelm Hülsmann-Trapphoff (Westf. –Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.) | |
| Herr Klaus Popma (Fischereiverband NRW e.V.) | |
| 3. Verwaltung | |
| Herr Dr. Grote (60/AL) | |
| Herr Dr. Mackenbach (60/stv. AL) | |
| Herr Höing (60/2) | |
| Herr Dr. Marks (60/ 2-2) | |
| Frau Viets (60/2-1) | |
| Herr Traxel (60/2-2) | |
| 4. | Gäste |
| Herr Volker Heimel (NABU, AGARD) | |
| Herr Gerhard Hallmann (AGARD) | |
| Detlef Münch (Rat) | |
Der Beirat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
zu TOP 2.2
Flächen für die Natürliche Waldentwicklung im Dortmunder Stadtwald
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 08890-13)
Herr Dr. Grote trägt vor, dass die konkreten Flächen, die der natürlichen Entwicklung überlassen
werden sollen, zurzeit noch erarbeitet werden.
Der Vorsitzende begrüßt, dass die Stadt Dortmund zukünftig ca. 5 % ihrer Waldfläche der natürlichen Entwicklung überlässt.
Das Vorhaben wird nach Information durch Herrn Dr. Kretzschmar auch von der AG Wald
des NABU begrüßt. Er kritisiert aber den unter Punkt 6 aufgeführten Textbaustein „Die Flächen
für eine natürliche Waldentwicklung werden mindestens für die Dauer einer Forstperiode, in der
Regel 10 Jahre, ausgewiesen.“ Seiner Ansicht nach sollte die Zahl 10 gegen eine höhere
ausgetauscht werden.
Herr Dr. Grote begründet den Wert damit, dass die Forsteinrichtungsperiode über 10 Jahre läuft.
De Forstplanungen werden aber über einen wesentlich längeren Zeitraum betrieben.
Herr Horn berichtet über mögliche zukünftige Auswirkungen des anvisierten „Urwaldes“. Er
befürchtet stärkere Großwild-Verbissschäden im Wald.
Das Ratsmitglied Herr Münch schlägt vor, dass der Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde bereits in der Erarbeitungsphase beteiligt wird.
Der Vorsitzende schlägt vor, das Thema zu vertagen, bis zu einem späteren Zeitpunkt Herr Vetter hierzu Stellung nehmen könne.
Der Beirat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
zu TOP 2.3
Neuaufstellung des Landschaftsplanes Dortmund als Ersatz für die Landschaftspläne
Dortmund – Nord, Dortmund – Mitte und Dortmund - Süd
(Drucksache Nr.: 09778-13)
Herr Dr. Marks berichtet, dass der Entwurf des Regionalplans für die „Metropole Ruhr“ voraussichtlich erst 2017 vorliegen wird. Da die Stadt Dortmund nicht so lange warten möchte, wird bereits jetzt eine Neuaufstellung des Landschaftsplanes in Angriff genommen. Hierbei soll ein einziger Landschaftsplan die bisher drei Landschaftspläne ersetzen.
In diesem Zusammenhang wünscht sich der Vorsitzende eine intensive Einbindung des Beirates und eine politische Umsetzung in eine kommunale Satzung.
Auch Herr Dr. Kretzschmar befürwortete die Neuaufstellung des Landschaftsplanes und wünscht sich forstliche Festsetzungen im Landschaftsplan sowie die Einbeziehung des Phoenix Sees als Landschaftsschutzgebiet.
Herr Quittek befürwortet die Festlegung von Vorranggebieten im zukünftigen Landschaftsplan.
Der Beirat begrüßt insgesamt die vorgesehene Neuaufstellung und bittet um regelmäßige Information.
3. Berichte
zu TOP 3.1
Landschaftliche Probleme bei der Verlagerung von Sportplätzen in den Außenbereich
Der Vorsitzende gibt eine kurze geschichtliche Einführung in die Problematik. Hierbei ging er auch auf grundsätzliche Themen wie „Stadt der kurzen Wege, Bestandschutz in NRW und das Prinzip der Nutzungsmischung“ ein.
Im Anschluss an den Grundsatzvortrag stellte sich Herr Frankenstein als „Vertreter des Dortmunder Sports“ vor. So berichtet er von seiner Übungsleiter-Breitensportausbildung beim Stadtsportbund, der aktiven Mitgliedschaft bei der Viermärker Waldlaufgemeinschaft, stellte den StadtSportBund Dortmund e.V. ( 530 Dortmunder Sportvereine mit ca.150 Tsd. Sportvereins-mitgliedern) vor und unterbreitete den Vorschlag, sich vermittelnd für einen Kontakt zum Stadtsportbund zur Verfügung zu stellen.
Herr Quittek gibt eine ausführliche Stellungnahme zur konkreten Problematik am geplanten Sportplatz Standort Husen-Kurl. Basierend auf gesetzlich vorgegebenen Lärmwerten sowie der Sportlärmschutzverordnung schlägt er vor, dass eine Lösung der Problematik mit Hilfe eines Dialogs zwischen Anwohnern und Sportvereinen sowie durch Initiierung einer Änderung der Sportlärmschutzverordnung auf Bundesebene erreicht werden könne. Herr Quittek ging auf Standortalternativen ein und bewertete diese aus seiner Sicht.
Herr Dr. Gelmroth weist anhand einer Tischvorlage vom 14.05.2013 darauf hin, dass aufgrund
der planerischen Vorgaben NSG Buschei und LSG L8 der Sportplatz Husen-Kurl auch ohne das Auftauchen des Rotmilans abzulehmen wäre. Er erinnert daran, dass in den 90er Jahren die geplante Straße 556n Asseln-Kurl durch den Freiraum zwischen Buschei (damals noch kein NSG) und Kurler Straße aus Gründen des Landschaftsschutzes verworfen worden ist.
Anhand einer weiteren Tischvorlage erinnert Dr. Gelmroth daran, dass seinerzeit etwas südöstlich der geplanten Sportanlage die Eichwaldstraße im Bereich des Wickeder Holzes aus Naturschutzgründen zurückgebaut und für den Kfz-Verkehr gesperrt worden ist (vgl. die Stadtatlanten Dortmund 1:20000 der Jahre1998 und 2001)
Herr Heimel ergänzt, dass in dem geplanten Bereich zehn planungsrelevante Arten vorhanden seien.
Herr Dr. Grote verweist auf den als Tischvorlage verteilten Sachstandbericht, die einzelnen Verfahrensgänge sowie die besondere Situation des Rotmilans. Das artenschutzrechtliche Gutachten sei mittlerweile beim Umweltamt eingegangen. Eine endgültige Bewertung des Gutachtens erfolgt im Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung, Wohnen und Immobilien.
Der Vorsitzende zeigt sich erfreut, dass in diesem konkreten Fall der Aufstellungsbeschluss aufgrund des europäischen Artenschutzrechtes zurück zu ziehen sei.
Der Vorsitzende schlägt folgende weitere Vorgehensweise vor: