über die 2. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit
am 08.12.2009
Ratssaal, Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Öffentliche Sitzung
Sitzungsdauer: 15:00 - 16:15 Uhr
Anwesend:
1. Stimmberechtigte Mitglieder:
Rm Michael Taranczewski (SPD)
Rm Helga Hilbert (B`90/Die Grünen)
Rm Meral Bayezit-Winner (SPD)
Rm Benjamin Beckmann (B’90/Die Grünen)
sB Frau Britta Clemens-Wienand (CDU)
Rm Rosemarie Liedschulte (CDU) i.V. für Rm Emmanouil Daskalakis (CDU)
sB Helmut Eigen (Die Linken)
Rm Tim Frommeyer (CDU)
Rm Kathrin Grebe (CDU)
Rm Justine Grollmann (CDU)
Rm Thorsten Hoffmann (CDU)
Rm Jasmin Jäkel (SPD)
Rm Edeltraud Kleinhans (SPD)
Rm Sayize Köse (B’90/Die Grünen)
Rm Ulrich Langhorst (B’90/Die Grünen)
sB Wolfgang Mertens (FDP/Bürgerliste)
Rm Claudia Middendorf (CDU)
Rm Lars Rettstadt (FDP/Bürgerliste)
Rm Andreas Wittkamp (SPD) i.V. für Rm Roland Spieß (SPD)
Rm Brigitte Thiel (SPD)
Rm Renate Weyer (SPD)
Rm Thomas Tölch (SPD) i.V. für sB Dr. Andreas Paust
2. Mitglieder ohne Stimmrecht:
sE Volkan Baran (Ausländerbeirat)
sE Eva von Germersheim (Seniorenbeirat)
3. Beratende Mitglieder:
Günter Baehr (Jüdische Kultusgemeinde)
Frank Czwikla (Arbeiterwohlfahrt)
Friedrich-Wilhelm Herkelmann (SoVD)
Frank Neukirchen-Füsers (JobCenter ARGE)
Frank Ortmann (Deutsches Rotes Kreuz)
Anne Rabenschlag (Diakonisches Werk)
Manfred von Kölln (Caritas-Verband)
Albert Schauerte (VdK)
Marianne Schobert (DPWV)
Rolf Steltzer
4. Verwaltung:
Stadtrat Siegfried Pogadl
Peter Bartow
Dr. Annette Düsterhaus
Johannes Roeren
Klaus-Dieter Rohe
Manfred Stankewitz
Lothar Staschik
Veröffentlichte Tagesordnung:
T a g e s o r d n u n g
für die 2. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit
am 08.12.2009, Beginn 15.00 Uhr,
Ratssaal, Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Öffentlicher Teil:
1. Regularien
1.0 Verpflichtung von Ausschussmitgliedern
1.1 Benennung eines Ausschussmitgliedes zur Mitunterzeichnung der Niederschrift
1.2 Hinweis auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NRW
1.3 Feststellung der Tagesordnung
2. Angelegenheiten von besonderer Bedeutung
nicht besetzt
3. Angelegenheiten der JobCenter ARGE
3.1 Zukunft der JobCenter
Vorschlag zur TO (SPD-Fraktion)
(Drucksache Nr.: 16300-09)
4. Angelegenheiten des Sozialamtes
4.1 Satzung der Stadt Dortmund über die Errichtung und Unterhaltung von Übergangsheimen für Zuwanderer und Wohnungslose mit Gebührenordnung
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 15945-09)
4.2 Satzung über die Errichtung und Unterhaltung von Obdachlosenunterkünften der Stadt Dortmund mit Gebührenordnung
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 15946-09)
5. Angelegenheiten des Gesundheitsamtes
5.1 Intensivbetten in Dortmund
Stellungnahme der Verwaltung
(Drucksache Nr.: 15000-09-E2)
6. Angelegenheiten anderer Fachbereiche
6.1 Zukunft des Gesundheitsamtes
Überweisung: Rat der Stadt Dortmund aus der öffentlichen Sitzung vom 25.06.2009
(Drucksache Nr.: 15120-09-E1)
7. Anfragen / Anträge
7.1 Gesundheitsladen Pudelwohl und weitere Angebote der AIDS- und Sexualaufklärung sowie ihre Finanzierung
Vorschlag zur TO (Fraktion B'90/Die Grünen)
(Drucksache Nr.: 16353-09)
Die Sitzung wird vom Vorsitzenden - Herrn Taranczewski (SPD) - eröffnet und geleitet.
Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt der Vorsitzende fest, dass zur heutigen Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit fristgemäß eingeladen wurde, und dass der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit beschlussfähig ist.
1. Regularien
zu TOP 1.0
Verpflichtung von Ausschussmitgliedern
Von der Tagesordnung abgesetzt.
zu TOP 1.1
Benennung eines Ausschussmitgliedes zur Mitunterzeichnung der Niederschrift
Zur Mitunterzeichnung der Niederschrift wird Frau Clemens-Wienand (CDU) benannt.
zu TOP 1.2
Hinweis auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NRW
Der Vorsitzende weist auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NRW hin und bittet, dieses zu beachten, sofern es im Einzelfall zutreffen sollte.
zu TOP 1.3
Feststellung der Tagesordnung
Der Wunsch der Fraktion FDP/Bürgerliste, die Tagesordnung im Wege der Dringlichkeit um den Punkt „Babyklappe in Dortmund“ (Drucksache 16450-09) zu erweitern, löst eine Geschäftsordnungsdebatte aus. Herr Mertens (FDP/Bürgerliste) spricht für die Aufnahme in die Tagesordnung, Frau Grollmann (CDU) spricht wegen Unzuständigkeit des Sozialausschusses dagegen. Mit den Stimmen der SPD-Fraktion und der CDU-Fraktion gegen die Stimmen von B’90/Die Grünen, FDP/Bürgerliste und Die Linken wird die Aufnahme des TOP in die Tagesordnung abgelehnt.
Die Tagesordnung wird mit der Änderung zu TOP 1.0 einstimmig festgestellt.
2. Angelegenheiten von besonderer Bedeutung
nicht besetzt
3. Angelegenheiten der JobCenter ARGE
zu TOP 3.1
Zukunft der JobCenter
Vorschlag zur TO (SPD-Fraktion)
(Drucksache Nr.: 16300-09)
Zusatz- /Ergänzungsantrag zum TOP (SPD-Fraktion)
(Drucksache Nr.: 16300-09-E1)
Frau Weyer (SPD) führt zum vorliegenden Antrag aus, dass die Verwaltung prüfen möge, ob die Stadt Dortmund nach 2011 ein Optionsrecht hat. Die von der Bundesregierung beabsichtigte erneute Trennung der Aufgabenwahrnehmung hält sie für kontraproduktiv, da das jetzige System sehr gut funktioniert. Eine Trennung bedroht das bewährte System und verlässliche Strukturen in Bezug auf Trägerversammlung, Trägerausschuss und Beirat und würde nicht nur eine Menge Geld kosten, sondern wäre auch nachteilig für die Kunden, die dann beide Systeme separat aufsuchen müssten. Hinzu kommt die nicht hinzunehmende, ungewisse Zukunft für die Beschäftigten in der ARGE. Sie bittet daher, diesem Antrag zuzustimmen.
Auch Herr Rettstadt (FDP/Bürgerliste) geht davon aus, dass es schwierig sein wird, die JobCenter wieder zu trennen und dem Verfassungsgerichtsurteil gerecht zu werden. Auch er würde sich andere Lösungen wünschen, aber jetzt zu behaupten, die Bundesregierung sei schuld, hält er für falsch. Das Problem ist doch nicht erst jetzt aufgetreten, sondern hätte schon in der letzten Legislaturperiode geregelt werden müssen, und da war die SPD noch in der Regierungsverantwortung. Er wird diesem Antrag daher nicht zustimmen.
Herr Taranczewski (Vorsitzender, SPD) erinnert daran, dass es seinerzeit eine Einigung der Landesarbeitsminister von SPD und CDU plus Bundesarbeitsminister gab. Gekippt wurde das damals durch die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag.
Frau Grollmann (CDU) stimmt dem Antrag der SPD-Fraktion zu. Nichtsdestotrotz fordert ihre Fraktion bei einer Grundgesetzänderung, dass das Optionsmodell der kommunalen Trägerschaft zu entfristen ist, so dass die Kommunen aus diesem Modellversuch ein- und aussteigen können. Sie lehnt die Festschreibung der Anzahl der Optionskommunen kategorisch ab und möchte eine optimale Betreuung der Erwerbstätigen und ihrer Familien. Das oberste Ziel muss aber eine Integration in die Arbeit und die damit verbundene Unabhängigkeit der Menschen sein. Die CDU steht für eine selbstbestimmte Politik vor Ort, so dass die Städte je nach lokalen Bedürfnissen selbst entscheiden sollen, welches Trägermodell am besten für sie ist. Gleichzeitig fordert sie Wahlmöglichkeiten für ein Trägersystem und eine zukunftsorientierte Nachfolgeregelung für die erfolgreichen ARGEN.
Frau Köse (B’90/Die Grünen) stimmt dem Antrag zu und möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass bei der Einrichtung der Arbeitsgemeinschaften im Jahr 2005 erhebliche Probleme in der Gesamtorganisation bestanden. Jetzt soll nach 5 Jahren eine Neuorganisation mit genau den gleichen Schwierigkeiten stattfinden. Das ist kein Schritt nach vorn, sondern nach hinten. B’90/Die Grünen möchten das nicht, weil aufgrund dieser Regelung wieder eine Spaltung in Arbeitslose erster und zweiter Klasse erfolgt. Weiterhin wird es eine Diskrepanz zwischen Finanzierungsmöglichkeiten und Kompetenzen geben, auch das hält sie nicht für sinnvoll. Bezogen auf den SPD-Antrag stellt sich ihr zudem die Frage, wie es demnächst im Rahmen der Pauschalierung der Unterkunftskosten aussehen wird. Das wird für den Dortmunder Wohnungsmarkt erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Schließlich werden die kommunalen Beschäftigten, die befristet eingestellt sind, in eine unglückliche Situation gelangen und ggf. selbst Kunden werden. Man hätte einer Neuorganisation nur dann zustimmen können, wenn es erkennbare Defizite bei einer ganzheitlichen Beratung und Betreuung von Arbeitslosen gäbe oder dadurch berufliche und soziale Integrationschancen für Hilfebedürftige gleichermaßen verbessert würden.
Herr Pogadl (Sozialdezernent) erinnert daran, dass diese Organisationsform am 31.12.2010 aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ausläuft, weil keine Mischverwaltung zwischen Bundesebene und Kommunen zulässig ist. Diesem formalen Grund sollte letztes Jahr mit einer Verfassungsänderung begegnet werden, um die ARGEN für die Zukunft als Regelmodell abzusichern. Das ist aber nicht zustande gekommen, was viele bedauern. Die 69 Optionskommunen sind nach § 6a SGB II limitiert, bis jetzt gibt es keine Öffnungsklausel, und es gibt 340 ARGEN, für die nun eine Lösung gesucht wird. In Dortmund möchte man weiter zusammenarbeiten. Das ist ein gutes Modell, es funktioniert hervorragend, und er möchte es behalten, in welcher Form auch immer. Die Optionskommune ist für ihn immer „Plan B“, denn das hieße letztlich Trennung. Wenn es aber nicht anders geht, wären noch einige sich daraus ergebende Probleme in den Griff zu bekommen, z.B. das befristet eingestellte Personal der Stadt. Er hält die heutige Initiative für richtig, den nach seiner Einschätzung ist der Zug ist noch nicht abgefahren, weil es auch seinerzeit politisch eine sehr breite Mehrheit gegeben hat.
Bei drei Stimmenthaltungen nimmt der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit folgenden Antrag der SPD-Fraktion an:
Beschluss:
Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit fordert die Bundesregierung auf, die geplante Aufspaltung der JobCenter nicht durchzuführen, sondern vielmehr die bewährten Arbeitsstrukturen verfassungsgemäß zu erhalten.
Der Fachausschuss lehnt bürokratische Doppelstrukturen, kundenunfreundliche Arbeitsweisen, zusätzliche Kosten für die Kommunen und eine Gefährdung der Arbeitsplätze für die Beschäftigten in den JobCentern konsequent ab.
Der Ausschuss bedauert, dass die bewährten Dortmunder Strukturen, die die kommunalpolitische Partizipation sichern, die Arbeitsmarktpolitik auf eine breite gesellschaftliche Basis stellen und soziale Härten auf dem Wohnungsmarkt in Dortmund abfedern, gefährdet sind.
Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit beauftragt deshalb die Sozialverwaltung und die Geschäftsführung der JobCenterARGE Dortmund, ein Optionsrecht der Stadt Dortmund ab 2011 umfassend zu prüfen.
4. Angelegenheiten des Sozialamtes
zu TOP 4.1
Satzung der Stadt Dortmund über die Errichtung und Unterhaltung von Übergangsheimen für Zuwanderer und Wohnungslose mit Gebührenordnung
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 15945-09)
Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit empfiehlt dem Rat einstimmig, folgenden Beschluss zu fassen:
Beschluss:
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt den anliegenden Entwurf als Satzung der Stadt Dortmund über die Errichtung und Unterhaltung von Übergangsheimen für Zuwanderer und Wohnungslose mit Gebührenordnung.
Die erwarteten Mindererträge in Höhe von 5.000,00 Euro werden im Amtsbudget des StA 50 unter "öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte" (05) veranschlagt.
zu TOP 4.2
Satzung über die Errichtung und Unterhaltung von Obdachlosenunterkünften der Stadt Dortmund mit Gebührenordnung
Empfehlung
(Drucksache Nr.: 15946-09)
Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit empfiehlt dem Rat einstimmig, folgenden Beschluss zu fassen:
Beschluss:
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt den anliegenden Entwurf als Satzung über die Errichtung und Unterhaltung von Obdachlosenunterkünften der Stadt Dortmund mit Gebührenordnung.
Die erwarteten Mindererträge in Höhe von 10.200 Euro werden im Amtsbudget des STA 50 unter „öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte“ (05) veranschlagt.
5. Angelegenheiten des Gesundheitsamtes
zu TOP 5.1
Intensivbetten in Dortmund
Stellungnahme der Verwaltung
(Drucksache Nr.: 15000-09-E2)
Die Stellungnahme der Verwaltung wird nach Beantwortung zahlreicher Fragen zur Kenntnis genommen.
6. Angelegenheiten anderer Fachbereiche
zu TOP 6.1
Zukunft des Gesundheitsamtes
Überweisung: Rat der Stadt Dortmund aus der öffentlichen Sitzung vom 25.06.2009
(Drucksache Nr.: 15120-09-E1)
Dem Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit liegt folgender, aus dem Rat überwiesener Antrag der CDU-Fraktion vom 23.06.09 vor: