N i e d e r s c h r i f t
über die 19. Sitzung des Beirates bei der unteren Landschaftsbehörde,
am 20.03.2002
Saal Hanse, Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Öffentliche Sitzung:
Sitzungsdauer: 15:00 - 18:45 Uhr
Anwesend sind:
1. Stimmberechtigte Mitglieder:
Walter Bernatzki (LNU)
Erhard Freudenberger (Westf.-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.)
Dirk Gährken (BUND)
Wilhelm Hülsmann-Trapphoff (Westf.-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.)
Georg Kaleck (LNU)
Reinhold Neugebauer (NABU)
Heinz Neuhoff (Landesverband Gartenbau "Westfalen-Lippe" e.V)
Thomas Quittek (BUND)
Dr. Klaus Gelmroth (NABU)
Günter Hammacher (Kreisimkerverein Dortmund)
2. Mitglieder ohne Stimmrecht:
Peter Halbsguth (LNU)
3. Verwaltung und Gäste:
Dr. Wilhelm Grote (Umweltamt)
Werner Höing (Umweltamt)
Dr. Robert Marks (Umweltamt)
Michael Plackert (Umweltamt)
Frau Aab (Stadtplanungsamt)
Herr Finger (Tiefbauamt)
Herr Fischer (Grünflächenamt)
Herr Wulf (Emschergenossenschaft)
Frau Kessebohm (Büro Hahn)
Herr Ostermann (Landschaftswacht)
Herr Keidel (Landschaftswacht)
Herr Kolbe (Landschaftswacht)
Herr Kolöchter (Landschaftswacht)
Herr Kühnapfel (Landschaftswacht)
Veröffentlichte Tagesordnung:
Zur Mitunterzeichnung der Niederschrift wurde Herr Reinhold Neugebauer benannt.
zu TOP 1.2
Hinweis auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NW
Der Vorsitzende weist auf das Mitwirkungsverbot gem. §§ 31 und 43 Abs. 2 GO NW hin.
zu TOP 1.3
Feststellung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wird in der vorliegenden Fassung einstimmig genehmigt.
zu TOP 1.4
Genehmigung der Niederschrift über die 18. Sitzung des Beirates bei der unteren Landschaftsbehörde am 20.02.2002
Der Beirat genehmigt einstimmig die Niederschrift über die 18. Sitzung des Beirates bei der unteren Landschaftsbehörde am 20.02.2002
2. Vorlagen der Verwaltung
zu TOP 2.1
Bauleitplanung; Bebauungsplan Hom 266 - Sport- und Freizeiteinrich- tungen in Renninghausen -
hier: I. Anhörungsrecht der Bezirksvertretung Hombruch und Empfehlung an das Beschlussgremium; II. Aufhebung der bisher gefassten Beschlüsse zum Bebauungsplan (§ 2 Abs. 1 i.V.m. § 2 Abs. 4 BauGB); III. Aufstellungsbeschluss für einen neuen Planbereich
Drucksache Nr.: 01256-01
Herr Dr. Marks führte in die Vorlage ein und ergänzte, dass nach dem Willen der örtlichen Bezirksvertretung auf eine Ansiedlung des Reitervereins verzichtet werden solle. Weiterhin habe das Umweltamt eine Verträglichkeitsprüfung für das FFH-Gebiet der Schattenliste "Bolmke" durchgeführt, die aber keine FFH-relevanten Aspekte ergeben habe.
Herr Quittek erläuterte kurz die Hintergründe für seinen als Tischvorlage verteilten Beschlussvorschlag.
Herr Dr. Gelmroth unterstützte diesen Vorschlag aus den dort genannten Gründen.
Herr Neugebauer verwies auf einen Zeitungsartikel in den Ruhr Nachrichten zu diesem Thema. Danach sei die Verlegung des Reiterhofs an die Stockumer Straße noch keineswegs beschlossene Sache.
Herr Hülsmann-Trapphoff sah im Dortmunder Reiterverein wegen der dort eingestellten Pensionspferde einen gewerblichen Betrieb, der nichts mit Landwirtschaft zu tun habe. Eine Neuansiedlung eines solchen Betriebes in einem Landschaftsschutzgebiet sei seines Erachtens nicht sinnvoll.
Der Beirat fasste folgenden einstimmigen Beschluss:
Die Verlagerung des Reitvereins und der Kleingartenanlage "Ardeyblick" an die Stockumer Strasse wird weiterhin strikt abgelehnt.
Der Rat der Stadt Dortmund wird aufgefordert, seine zum Schutz der "Bolmke " und der angrenzenden Flächen bis zur Stockumer Straße gefaßten Beschlüsse (Landschaftsplan Dortmund-Süd) aufrechtzuerhalten.
Begründung:
zu TOP 2.2
Bericht über die Tätigkeit der ehrenamtlichen Landschaftswacht und Vorschläge zur Steigerung ihrer Effizienz
(Drucksache Nr.: 02288-02) ![]()
Herr Dr. Marks berichtete über die jährliche Zusammenkunft der Landschaftwächter am 31.1.2002 sowie über ein NUA-Seminar über die Landschaftswacht, das am 23.2.2002 unter der Leitung von Herrn Kaleck im Naturschutzhaus stattgefunden hat. Er berichtete ferner über das Ergebnis einer statistischen Auswertung der Berichte der Landschaftswächter und stellte Vorschläge zur Umstrukturierung der Landschaftswacht zur Diskussion.
Herr Ostermann wies auf die seines Erachtens mangelhafte Kooperation zwischen der Bezirksvertretung Lütgendortmund und den Landschaftswächtern hin. So sei die Landschaftswacht nicht zu einer Begehung im Rahmen des Stadtbezirksmarketings eingeladen worden, bei der Vorschläge für Wanderwege erarbeitet werden sollten.
Herr Neugebauer regte an, dass die untere Landschaftsbehörde sich beim Umweltministerium für eine Erweiterung der Kompetenzen der Landschaftswacht einsetzt. Mit den derzeitigen Befugnissen seien die Landschaftswächter in Nordrhein-Westfalen mehr oder weniger "zahnlose Papiertiger". Im Hinblick auf die beabsichtigte Neustrukturierung der einzelnen Landschaftswachtbezirke schlug er vor diese anhand von Karten gemeinsam von Landschaftswacht und Behörde zu erarbeiten. Ein stures Festhalten an Stadtbezirksgrenzen sei dabei seines Erachtens kontraproduktiv.
Die angedachte Ausschreibung von vakanten Landschaftswachtbezirke sei sinnvoll, jedoch sollten die Verfahren erst dann durch geführt werden, wenn der tatsächliche Bedarf an neuen Landschaftswächtern feststehe.
Der Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
zu TOP 2.3
Information zum Wettbewerb "Regionen aktiv - Land gestaltet Zukunft"
(Drucksache Nr.: 02246-02) ![]()
Herr Höing erläuterte die Vorlage und teilte mit, dass die Entscheidung über die Vergabe der Fördergelder am 20.03.02 getroffen würde.
Der Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde nimmt die Information der Verwaltung zur Kenntnis. Er behält sich eine erneute Behandlung des Themas für die 20. Sitzung vor, sofern der Region Dortmund/Unna/Hamm Fördergelder zugeteilt werden.
Redaktioneller Hinweis der Verwaltung: Am 21.3.02 stellte sich heraus, dass Dortmund zu den Wettbewerbsgewinnern gehört und entsprechende Fördermittel erhalten wird.
zu TOP 2.4
Durchführung von Waldpflegemaßnahmen 2001/2002
Drucksache Nr.: 01800-01
Herr Fischer erläuterte die Vorlage.
Herr Quittek stellte die Frage, ob bei der Bewirtschaftung des Waldes zwischen sensiblen (etwa Naturschutzgebieten) und weniger sensiblen Gebieten unterschieden würde. Darüber hinaus bat er um Auskunft, warum im Lütgendortmunder Volksgarten teilweise sehr alten Eichbestände gefällt wurden.
Herr Neugebauer bat um eine konkretere Darstellung der anstehenden Projekte ("was, wann, wo und in welchem Umfang"), damit die Naturschützer ggf. auf bestimmte sensible Bereiche hinweisen können. Er schlug in diesem Zusammenhang vor, einen runden Tisch zwischen Forstbehörde und Naturschützern einzurichten. Weiterhin schlug er vor, die erforderlichen Rückemaßnahmen wie in Ostdeutschland vordringlich mit Pferden durchzuführen.
Herr Dr. Gelmroth regte im Hinblick auf Horstbäume und Nisthilfen ebenfalls eine vorherige Information der Naturschützer an.
Herr Kaleck bat um eine ökologische Aufwertung der Waldränder an.
Herr Ostermann beklagte einen erheblichen Rückgang von Waldvögeln und Amphibien im Deipenbecker Wald. Hier sei ein Zusammenhang zwischen den kontinuierlichen Einschlagmaßnahmen in den letzten sechs Jahren und dem Rückgang der genannten Populationen deutlich feststellbar.
Herr Kühnapfel stellte die Frage, ob die Forstbehörde mit Giftköder für Mäuse arbeitet, wie dies der KVR im Naturschutzgebiet Lanstroper See tue. Darüber hinaus regte er an den Grasfreischnitt im Bereich von Jungpflanzen vom Frühjahr/Sommer auf den Herbst zu verschieben, da dann die Gelege von Bodenbrütern nicht mehr gefährdet seien.
Herr Fischer beantwortete die vorstehenden Fragen wie folgt:
Herr Dr. Grote teilte mit, dass die Verwaltung vom KVR das Einstellen jeglicher Mäusebekämpfung mit Gift in Naturschutzgebieten fordern würde.
Der Beirat nahm die Vorlage zur Kenntnis.
3. Berichte
zu TOP 3.1
Ökologische Umgestaltung des Rüpingsbaches
Frau Kessebohm (Planungsbüro Hahn) erläuterte die im Auftrag der Emschergenossenschaft erstellte Planung.
Herr Dr. Gelmroth fragte, ob an eine durchgängige Nutzung des Wirtschaftswegs als Fuß- und Radweg gedacht sei.
Herr Wulf (Emschergenossenschaft) gab hierzu an, dass nach der bisherigen Planung eine Freigabe nur auf begrenzten Einzelstrecken vorgesehen sei. Eine Nutzung z.B. im Bereich des Naturschutzgebietes "In der Panne" sei nicht vorgesehen.
Herr Quittek vertrat die Auffassung, dass eine durchgängige Nutzung des Wirtschaftsweges als Fuß- und Radweg nicht notwendig sei, da alternativ Möglichkeiten bereits bestünden. Für ihn sei es als ausgesprochen positiv zu bewerten, dass die Emschergenossenschaft die Baumaßnahmen weitestgehend auf den ökologisch unbenklicheren Seiten des Baches durchführen wolle.
Bezüglich des Freiraums an der Ostenbergstraße stellt er die Frage, inwieweit hier eine Nutzung als Ausgleichsfläche vorgesehen sei. Eine "Zupflanzung" sei aus landschaftsgestalterischer Sicht nicht sinnvoll und würde auch die Sichtbeziehungen zerstören.
Herr Wulf gab dazu an, dass der Talgrund weitgehend frei bliebe und die Pflanzungen weiter oben am Hang (Erosionsschutz) erfolgten.
Herr Kaleck bat darum, dass erforderliche Aufschüttungen möglichst mit nährstoffarmen Substrat vorgenommen werden.
Herr Wulf betonte hierzu, dass im Ersatzauenbereich keine zusätzlichen Aufschüttungen vorgenommen würden.
Herr Gährken fragte, ob im Teilbereich Harkortshof Schadstoffe freigesetzt würden und wie verhindert werden könne, dass diese in den Rüpingsbach gelangten.
Hierzu gab Herr Wulf an, dass hierzu Vorkehrungen getroffen würden.
Abschließend wies Herr Wulf darauf hin, dass als Bepflanzung in der Regel nur eine Initialpflanzung vorgesehen seien, um eine natürliche Sukzession zu ermöglichen.
Der Beirat begrüßte das Projekt insgesamt und bat für den Herbst um eine weitere Unterrichtung über die Umgestaltung der Emscher.
zu TOP 3.2
Abpfostung von Straßen und Wegen
Herr Quittek verwies auf die Problematik der Abpfostung von Straßen in sensiblen Bereichen. Vordringlich seien hier zu nennen Höfkerstraße, Eichwaldstraße/Wickeder Holz und Silberknapp. Hier sei permanent festzustellen, dass die aufgestellten Pfosten entweder ganz fehlten, zerstört oder nicht ordnungsgemäß eingesetzt seien.
Herr Neugebauer und Herr Kaleck bestätigten die Angaben von Herrn Quittek. Ergänzend gaben sie an, dass eine Beschilderung an der Straße Hallerey fehle. Im Hinblick auf die Halterungen der Pfosten teilten sie mit, dass diese aus Gusseisen seien und dementsprechend schnell zerstört werden könnte.
Herr Finger (StA 66) bestätigte diese Ausführungen. Er wies darauf hin , dass es stabilere Systeme gäbe, diese aber aus Kostengründen seltener eingesetzt würden. Darüber hinaus müssten die Absperrungen einheitlich sein. Diese Einheitlichkeit führe aber dazu, dass die Schlüssel bald in jedem Baumarkt zu kaufen seien. Dementsprechend sei dem Missbrauch der Sperrungen natürlich Tür und Tor geöffnet.
Herr Neugebauer wies darauf hin, dass das Kostenargument zumindest im Hinblick auf das Gebiet "Hallerey" nicht stichhaltig sei. Hier würden pro Jahr mindestens 10 Pfosten zerstört bzw. verschwänden. Ein immobileres System sei daher auf Dauer sicherlich kostengünstiger.
Herr Dr. Marks gab an, dass die untere Landschaftsbehörde sich im Bereich der Naturschutzgebiete sich an den Kosten und Planungen für aufwendigere Sperrungen beteiligen könne.
Im Hinblick auf die Eichwaldstraße bat der Beirat um Prüfung, ob eine immobile Sperrung möglich ist. Ansonsten sollte ein stabiles System eingeführt werden.
Ein stabileres System solle ebenfalls Am Silberknapp im Bereich des Waldsportplatzes eingesetzt werden.
Herr Neugebauer wies abschließend darauf hin, dass die gleiche Problematik auch an der Altmengeder Straße/Schaarstraße bestünde.
Angesichts der Vielzahl der Fälle schlug Herr Finger vor, eine Gesamtschau aller Problemfälle zu machen.
Der Beirat begrüßte diesen Vorschlag und bat die Herren Kaleck, Neugebauer, Dr. Marks und Finger, um eine zeitnahe Umsetzung. Es wurde vereinbart, dass die untere Landschaftsbehörde eine entsprechende Begehung organisiert.
zu TOP 4.
Anfragen, Hinweise, Mitteilungen